Berg-Sandglöckchen

Jasione montana

Bedeutung und Wert für Wildbienen

Das Berg-Sandglöckchen ist äußerst beliebt bei Wildbienen. Über 100 verschiedene Wildbienenarten sind an der Pflanze dokumentiert. Mit ihren kleinen Blüten zieht das Berg-Sandglöckchen besonders viele Wildbienenarten von wenigen Millimetern Größe an, etwa Maskenbienenarten wie die Kurzfühler-Maskenbiene (Hylaeus brevicornis) oder Schmalbienen wie die Dunkelgrüne Gold- Furchenbiene (Lasioglossum morio). Aber auch größere Arten sammeln gern Nektar und Pollen an der Pflanze. Im Norden von Dresden kommt außerdem die Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) vor, die Pollen ausschließlich am Berg- Sandglöckchen und anderen Glockenblumengewächsen sammelt.

Headerbild: Ronny Gutzeit

Merkmale

Das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) gehört zur Familie der Glockenblumengewächse. Die Blüten sind in kugelförmigen Blütenständen angeordnet. Die hellblauen Kronblätter sind bis zum Grund gespalten.

Bild: Ronny Gutzeit

Die aufrechten Stängel sprießen aus einer Halbrosette mit lanzettlichen Blättern, die einen gewellten, undeutlich gezähnten Rand aufweisen. Durch die raue Behaarung sind die Blätter vor dem Austrocknen geschützt.

Bild: Christian Gebhardt

Natürliche Ausbreitung

Die zarten Samen werden vom Wind oder durch Insekten verbreitet.

Wissenswertes

Die Pflanze bildet bis zu 1 m tiefe Wurzeln aus und kann dadurch auch trockene Standorte besiedeln bzw. längere Trockenzeiten tolerieren.

Standortansprüche

Das Berg-Sandglöckchen benötigt einen sandigen, durchlässigen möglichst kalkfreien, sonnigen trockenen Platz im Garten. Es eignet sich sehr gut für Steingärten und Trockenmauern und bevorzugt nährstoffarme und sandige Blumenbeete. Diese Pflanze gilt als ein- bis mehrjährige Art. Hat sie sich einmal am Standort etabliert, sorgt sie durch Selbstaussaat für ein beständiges Vorkommen im Beet. Es sollte darauf geachtet werden, dass sie von Nachbarpflanzen nicht beschattet wird.

Standort: Sonne bis Halbschatten
Platzbedarf: 20 cm x 20 cm
Höhe: 20 cm bis 50 cm
Wasser: trocken
Blütezeit: Juni bis Oktober

Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon

Samenreife: August bis Oktober

Keimbedingungen: Lichtkeimer, Warmkeimer

Wenn die Samen ausgereift sind, öffnen sich an der Spitze der fünfkantigen Kapseln kleine Poren und geben die winzigen, zahlreichen, eiförmigen Samen frei. Durch leichtes Schütteln des trockenen Samenstandes kann sowohl der Reifegrad geprüft als auch das reife Saatgut aufgefangen werden.

Bild: Peter Zuber

Bild: Angela Kühne

Verbreitung und Lebensraum

In Sachsen kommt die Art zwischen dem Elbhügelland und der Großenhainer Pflege auf Magerrasen, sandigen Böden, Binnendünen, Felsstandorten und steinig-sandigen Ruderalstellen vor.

Gefährdung

Der erhöhte Nährstoffeintrag auf den Flächen und die Aufgabe der Nutzung lässt die konkurrenzschwache Art zurückgehen.

Das Berg-Sandglöckchen ist in Sachsen als ungefährdete Art eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: ungefährdet).