Die Gewöhnliche Keulhornbiene 

Ceratina cyanea

Wie unser Projektteam im Winter auf den Beginn der Bienensaison wartet, so wartet auch die Gewöhnliche Keulhornbiene (Ceratina cyanea) geduldig auf wärmeres Wetter, um ab Mai aus ihren Winterquartieren auszufliegen. Denn anders als die meisten Wildbienen überwintert Ceratina cyanea als adultes, d. h. ausgewachsenes Tier in Stengeln und Zweigen von z. B. Brombeere, Holunder oder Königskerze. Erst nachdem die Tiere ihre Winterquartiere verlassen haben, paaren sie sich und die Weibchen beginnen, Niströhren für ihre Brut anzulegen – ebenfalls in hohlen oder markhaltigen Stengeln. Noch im selben Jahr im Spätsommer schlüpft der Nachwuchs, der mit Beginn der kalten Jahreszeit eigene Winterquartiere bezieht. So beginnt der Zyklus von vorn.

Ceratina cyanea ist eine kleine Wildbienenart von 5 bis 6 mm Größe, die aber an ihrer blau bis blaugrün, metallisch schimmernden Färbung und ihrem flachen Hinterleib gut zu erkennen ist. Im städtischen Raum ist sie an Hecken, Parkanlagen oder Brachen anzutreffen. Beim Sammeln von Pollen für ihren Nachwuchs sind die Weibchen nicht wählerisch, doch zu ihren Vorlieben gehören u. a. Flockenblumen. Flockenblumen wie die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) werden in unserem Projekt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung wildbienenfördernder Maßnahmen spielen. Die Wiesen-Flockenblume erkennt man an ihren satt-lila Blüten, die die Pflanze von Juni bis September bildet. Dieser lange Blühzeitraum kombiniert mit der Fähigkeit, auch in Phasen von Wassermangel viel Nektar und Pollen zu produzieren, macht sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle für allerlei Insektenarten.

Bild: Hectonichus