Wiesen-Bärenklau
Heracleum sphondylium
Bedeutung und Wert für Wildbienen
Der Wiesen-Bärenklau bietet aufgrund seiner kleinen Blüten vor allem Wildbienenarten von wenigen Millimetern Größe eine Nahrungsquelle. Dazu zählen zahlreiche Arten aus den Gattungen der Sand-, Furchen-, Schmal- und Maskenbienen. In Dresden besuchen besonders häufig Gredlers Maskenbiene (Hylaeus gredleri) und die Grobpunktierte Maskenbiene (Hylaeus punctatus) die Pflanze. Wildbienen, die am Wiesen-Bärenklau Pollen sammeln wollen, müssen sich jedoch beeilen. Denn die Pflanze präsentiert ihren Pollen an sonnigen Tagen nur bis 10 Uhr. Der Wiesen-Bärenklau ist auf stark gedüngten Flächen oft eine der wenigen Pflanzen, die überhaupt als Pollen- und Nektarquelle für (kleine) Wildbienen geeignet sind.
Headerbild: Christine Hausdorf
Merkmale
Der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) gehört zur Familie der Doldenblütengewächse. Die bis zu zwei Zentimeter dicken Stängel sind kantig gefurcht und rauh behaart. Die stark aufgeblasenen Blattscheiden schützen Blüten- und Seitentriebe.
Bild: Christian Gebhardt
Die Bärentatzen ähnlichen Blätter können bis zu 50 Zentimeter lang werden. Sie sind breit eiförmig bis lanzettlich und meist tief gelappt bis fiederteilig.
Bild: Christian Gebhardt
Die weißen Blüten sind in großen lockeren Doppeldolden angeordnet.
Bild: Christine Hausdorf
Natürliche Ausbreitung
Die Samen werden vom Wind verbreitet. Steht die Pflanze an Gewässern, wird er auch über das Wasser in der Landschaft verteilt, aber auch durch Verdauungsausbreitung umher wandernder Tiere.
Wissenswertes
Junge Blätter können als Wildgemüse genutzt werden. Kurz vor der Blüte gesammelt, soll das Kraut bei Entzündungen im Rachenraum bzw. bei Bronchitis heilend wirken. Bei empfindlichen Menschen kann die Berührung des Stängels Hautreizungen hervorrufen.
Standortansprüche
Im Garten kann diese Pflanze gut als Solitärstaude oder als Hintergrundpflanze im Randbereich von Gehölzen verwendet werden. Sie bevorzugt frische bis feuchte nährstoffreiche Böden. Blumenkästen sollten mindestens 30 Zentimeter tief sein, da die Pflanze kein Austrocknen verträgt.
Standort: Sonne bis Halbschatten
Platzbedarf: 45 cm x 45 cm
Höhe: 80 cm bis 150 cm
Wasser: feucht bis frisch
Blütezeit: Juni bis September
Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon
Samenreife: ab Juli
Keimbedingungen: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Der Samen befindet sich in einer Spaltfrucht. Die geflügelten Früchte sind ungefähr 5 bis 11 Millimeter lang. Sind Frucht und Stiel hellbraun gefärbt und trocken, können sie leicht mit den Fingern abgezogen werden.
Bild: Christian Gebhardt
Bild: Melinda Milos
Verbreitung und Lebensraum
Der Wiesen-Bärenklau ist eine weit verbreitete Art in Sachsen. Er lässt sich auf stickstoffreichen Wiesen, aber auch an Wegrändern und Ufern finden.
Gefährdung
Der Wiesen-Bärenklau ist in Sachsen als ungefährdete Art eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: ungefährdet).