Glockenblumen-Schmalbiene

Lasioglossum costulatum

Das Kuratorium »Wildbiene des Jahres« des Arbeitskreises Wildbienen-Kataster hat die Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) zur Wildbiene des Jahres 2026 gewählt. Mit einer Körpergröße von knapp zehn Millimetern ist sie deutlich kleiner als die Honigbiene. Wie viele verwandte Arten dieser Gattung weist sie eine dunkle, nahezu tiefschwarze, leicht metallisch schimmernde Grundfärbung auf. Die Weibchen besitzen charakteristische weiße Flecken und eine weiße Haarbinde auf ihrem Hinterleib. Diese Eigenschaften und der Besuch an Glockenblumen ermöglichen die Bestimmung im Feld. Die Männchen dieser Art sind hingegen nicht im Feld bestimmbar, da sie zum Nektartrinken auch Blüten anderer Pflanzen, wie Malven (Malva) aufsuchen.

Die Glockenblumen-Schmalbiene erhält ihren deutschen Namen aufgrund der strengen Bindung an Pflanzen aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) als Nektar- und Pollenquelle – d. h., sie ist oligolektisch. Ihr Nachwuchs wächst in selbst gegrabenen Hohlräumen im Boden heran und ernährt sich von den gesammelten Pollen der Glockenblumen. Die überwinternden Weibchen können bereits ab Ende April bzw. Anfang Mai beobachtet werden. Die Männchen hingegen treten erst ab Mitte Juli in Erscheinung und fliegen bis Anfang Oktober.

Die Unterstützung der Glockenblumen-Schmalbiene ist recht einfach. Mit der Aussaat oder Pflanzung heimischer Glockenblumenarten wie Knäuel-, Rapunzel- oder Rundblättrige Glockenblume (Campanula glomerata, C. rapunculus, C. rotundifolia) sowie dem Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) können auch im Garten wertvolle Nahrungsquellen bereitgestellt werden. Für geeignete Nistmöglichkeiten sorgen offene Bodenstellen in der Nähe dieser Pflanzen. Diese Kombination aus Blütenangebot und Nistplatz lässt sich auch im eigenen Garten, auf Balkonen oder Terrassen umsetzen.

Bild:  Paul Geisendörfer / iNaturalist / CC BY-NC