Der Aufrechte Ziest
Stachys recta
Bedeutung und Wert für Wildbienen
Der Aufrechte Ziest wird besonders intensiv in den Monaten Juni bis August von Wildbienen zur Nahrungsaufnahme und zum Pollensammeln angeflogen. Die Pflanze ist eine wichtige Pollenquelle für die Wald- Pelzbiene (Anthophora furcata), die Lippenblütler wie den Aufrechten Ziest gegenüber anderen Pflanzen bevorzugt. Die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum), die Rote Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia aurulenta) und die Große Holzbiene (Xylocopa violacea) sind oft an der Pflanze zu beobachten
Headerbild: Ronny Gutzeit
Merkmale
Der Aufrechte Ziest (Stachys recta) gehört zur Familie der Lippenblütler. Die Blüte wird durch eine Scheinähre gebildet. Die einzelnen Scheinquirle bestehen aus sechs bis zehn weißen Lippenblüten.
Bild: Ronny Gutzeit
Die Blätter sind spatelförmig bis lanzettlich und am Rand schwach gekerbt. Am vierkantigen Stängel sind die Blätter kreuzgegenständig angeordnet. Im unteren Bereich sind sie bis zu 5 cm lang. In Richtung der Blüte werden sie kleiner.
Bild: Christian Gebhardt
Natürliche Ausbreitung
Die herausfallenden Früchte bleiben am Fell vorbeistreifender Tiere hängen und werden so verteilt oder durch den Wind verbreitet.
Wissenswertes
Männchen der Garten-Wollbiene bilden sogar Reviere um größere Bestände von Pflanzen aus, um sie gegen andere Blütenbesucher zu verteidigen und so ihren Weibchen ein exklusives Nahrungsangebot zu sichern. So auch beim Aufrechten Ziest.
Standortansprüche
Im Garten mag der Aufrechte Ziest mäßig trockene und sonnige Plätze. Der Tiefwurzler braucht gut durchlässige, magere, kalkhaltige Böden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, besonders im Topf. Auf dem Balkon wählen Sie für den Aufrechten Ziest Töpfe, die mind. 12 cm tief sind.
Standort: Sonne
Platzbedarf: ca. 20 cm x 30 cm
Höhe: 20 cm bis 60 cm
Wasser: trocken bis frisch
Blütezeit: Juli bis Oktober
Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon
Samenreife: ab September
Keimbedingungen: Dunkelkeimer, Lichtkeimer
Zur Samenreife zerfällt die kastanienbraune Frucht in vier einsamige Teile. Durch vorsichtiges Schütteln des abgetrockneten Blütenstandes können die bis zu 2 mm langen Teilfrüchte geerntet werden. Der Aufrechte Ziest bildet auch Wurzelausläufer, über die eine Vermehrung durch Teilung möglich ist.
Bild: Christian Gebhardt
Bild: Melinda Milos
Verbreitung und Lebensraum
Das Vorkommen dieser Art in Sachsen beschränkt sich auf wenige Standorte, vor allem im Elbtal. Er kommt auf Trocken- und Kalkmagerrasen, Weinbergen, aber auch in lichten Eichenwäldern vor.
Gefährdung
Durch übermäßigen Nährstoffeintrag und Sukzession nach Nutzungsaufgabe von Flächen geht die Art zurück. Der Aufrechte Ziest ist in Sachsen als stark gefährdete Art eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: 2).