Die Gelbe Skabiose

Scabiosa ochroleuca

Bedeutung und Wert für Wildbienen

Die Gelbe Skabiose ist ein wichtiger Nektarlieferant für Wildbienen in den Spätsommermonaten Juli bis September. Die Pflanze wächst auf sonnigen Standorten und kann trotz Hitze und Trockenheit Nahrung für Insekten anbieten. Besonders oft können Hummeln und Furchenbienen wie die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae) auf der Pflanze beobachtet werden. Bei der Skabiosen-Sandbiene (Andrena marginata) wurde beobachtet, dass sie vor allem die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), aber auch die Gelbe Skabiose als Pollenquelle nutzt.

Headerbild: Rene Schubert

Merkmale

Die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) ist eine zwei- bis mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie gehört zu den Kardengewächsen.

Bild: Silvana Eger

Die Pflanzen besitzen vor allem grundständige, unterseits behaarte Blätter, die einfach, gelappt oder fiederteilig sein können. Im oberen Teil der Pflanze zerteilen sich die Blätter immer mehr, werden dort aber weniger und kleiner.

Bild: Silvana Eger

Auf langen Stielen sitzen runde, dicht gefüllte Blütenköpfchen. Diese sind aus größeren rundlichen Einzelblüten und kleineren Blüten in der Mitte zusammengesetzt. Mit der blass- bis hellgelben, manchmal fast weißen Blütenfarbe ist die Art unverwechselbar. Ein weiteres Merkmal sind die unter dem Blütenköpfchen sichtbaren, fuchsroten, später braunen Kelchborsten.

Bild: Silvana Eger

Natürliche Ausbreitung

Die Samen der Gelben Skabiose sind sehr leicht und besitzen kleine, schirmchenartige Ränder. Dadurch sind sie flugfähig und können durch den Wind verbreitet werden.

Wissenswertes

Früher wurden Arten aus der Gattung der Skabiosen als Heilmittel gegen Hautausschläge eingesetzt. Das spiegelt sich auch im Namen der Pflanze wider. So bedeutet „scabies“ (lat.) Krätze oder Grind.

Bild: Peter Zuber

Bild: Angela Kühne

Standortansprüche

Die bevorzugten Standorte der Gelben Skabiose sind wenig bis mäßig nährstoffreich, kalkhaltig und wasserdurchlässig.

Standort: Vollsonne im Beet, auch für Dachbegrünung und Töpfe ab 12 cm Tiefe geeignet
Platzbedarf: ca. 35 cm x 35 cm
Höhe: 25 cm bis 70 cm
Wasser: trockenheitstolerant, Staunässe vermeiden
Blütezeit: Juni/Juli bis September

Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon

Samenreife: August bis Oktober

Keimbedingungen: Lichtkeimer, Warmkeimer

Ab August färben sich die eiförmigen Köpfchen zur Fruchtreife hellbraun. Die Ränder der einzelnen Samen haben eine helle, transparente Färbung. Die Samen lassen sich bei Vollreife zuerst im oberen Teil, zunehmend dann überall leicht ablösen.

Bild: Christian Gebhardt

Bild: Silvana Eger

Verbreitung und Lebensraum

Die gelbe Skabiose kommt in Sachsen auf kalkhaltigen Trocken- und Halbtrockenrasen, auf Deichen, warmen Ruderalstellen und Felsfluren vor allem im Elbtal und im Elbhügelland vor. Dort ist sie bevorzugt auf Lößboden zu finden.

Gefährdung

Die Art ist stark im Rückgang begriffen. Zu den Ursachen hierfür zählen die Verbuschung der Flächen wegen fehlender oder unzureichender Bewirtschaftung und zunehmende Nährstoffeinträge in ihren natürlichen Lebensräumen. In Sachsen gilt die Gelbe Skabiose deshalb als gefährdet (Rote Liste Sachsen 2013: 3). Unterstützende Pflegemaßnahmen wären eine extensive Beweidung der Standorte und die Beseitigung des Gehölzaufwuchses.