Die Rundblättrige Glockenblume
Campanula rotundifolia
Bedeutung und Wert für Wildbienen
Die Rundblättrige Glockenblume ist bei bestimmten Wildbienenarten besonders beliebt. Dazu gehören unter anderem die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi), die Kleine Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma campanularum) und die Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis). Aber auch unspezialisierte und häufige Wildbienen wie die Zweifarbige Sandbiene (Andrena bicolor) sind an der Pflanze zu beobachten.
Blüten von Glockenblumen werden außerdem gern von Männchen verschiedenster Gattungen als Schlafplatz benutzt. Mit etwas Glück kann man mehrere Männchen dicht zusammengedrängt in einer einzelnen Blüte sehen, beispielsweise die Glockenblumen-Scherenbiene oder die Glockenblumen-Sägehornbiene.
Headerbild: Christian Gebhardt
Merkmale
Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) gehört zu den Glockenblumengewächsen. Sie ist ein zierliches Pflänzlein mit aufwärtsgerichteten Knospen.
Bild: Peter Zuber
Die schmal-lanzettlichen Stängelblätter sind über die gesamte Länge locker verteilt. Die Grundblätter jedoch sind rund (Hinweis auf Name) und oft zur Blüte bereits verwelkt.
Bild: Peter Zuber
Zur Blütezeit entwickeln sich 4 bis 7 blaue, nickende Glocken am kahlen runden Stängel. Die Rundblättrige Glockenblume bildet eine verzweigte, bis zu 120 Zentimeter tiefwachsende Pfahlwurzel aus. Unterirdische Ausläufer bilden zudem ein reich verzweigtes Wurzelsystem.
Bild: Angela Kühne
Natürliche Ausbreitung
Die kleinen Samen werden zur Reife vom Wind aus den Kapseln herausgeschüttelt und dann von Ameisen und anderen Tieren verbreitet.
Wissenswertes
Bereits im Mittelalter wurde die Rundblättrige Glockenblume aufgrund ihrer blutstillenden und entzündungshemmenden Wirkung genutzt.
Standortansprüche
Die Rundblättrige Glockenblume wächst am liebsten auf durchlässigen, nährstoffarmen Stein- und Sandböden in voller Sonne. Mit vorübergehender Trockenheit kommt sie gut klar.
Standort: Vollsonne im Beet, auch in Blumentöpfen ab 12 cm Tiefe
Platzbedarf: ca. 35 cm x 35 cm
Höhe: 10 cm bis 30 cm
Wasser: trockenheitstolerant, Staunässe vermeiden
Blütezeit: Juni bis September
Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon
Samenreife: ab August
Keimbedingungen: Lichtkeimer, Warmkeimer
Nach der Blüte bilden sich rundliche Kapselfrüchte, die ihre Samen am unteren Ende freigeben. Durch kleine Löcher rieseln bei Wind oder Berührung die zahlreichen gelbbraunen Samen heraus.
Bild: Peter Zuber
Bild: Angela Kühne
Verbreitung und Lebensraum
Die Art ist in Sachsen auf mageren Wiesen und Weiden, in lichten Wäldern, Heiden, auf Wegböschungen und Felsköpfen weit verbreitet.
Gefährdung
Die Pflanze ist in Sachsen als ungefährdet eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: ungefährdet). Jedoch wird die Population u. a. durch den erhöhten Nährstoffeintrag der intensiven Landwirtschaft kontinuierlich verkleinert.