Der Wiesen-Kerbel
Anthriscus sylvestris
Bedeutung und Wert für Wildbienen
Der Wiesen-Kerbel wird besonders in den Monaten Mai und Juni von Wildbienen angeflogen. Mit seinen kleinen Blüten ist er eine der wichtigsten Pollenquellen für kleine Wildbienen wie der Artengruppe rund um die Kleine Sandbiene (Andrena minutula) oder kleineren Vertreterinnen der Schmalbienen, deren Größe nur 5 bis 6 mm beträgt. Aber auch die größere Frühe Doldensandbiene (Andrena proxima), die ausschließlich Pollen an Doldenblütlern sammelt, nutzt unter anderem den Wiesen-Kerbel. Der Wiesen-Kerbel ist auf stark gedüngten Flächen oft eine der wenigen Pflanzen, die überhaupt als Pollen- und Nektarquelle für (kleine) Wildbienen vorhanden ist.
Headerbild: Angela Kühne
Merkmale
Der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) gehört zu den Doldenblütengewächsen. Eine weiße Einzeldolde besteht aus 6 bis 16 gestielten Einzelblüten.
Bild: Angela Kühne
Die 15 bis 30 cm langen Blätter sind zweibis dreifach gefiedert und wechselständig angeordnet. Die untersten Fiederblätter sind stets kleiner als die übrigen. Markant ist auch die am Blattstiel ausgeprägte Furche.
Bild: Christian Gebhardt
Die aufrechten, gerillten Stängel sind unten mit dichten, kurzen Haaren besetzt. Sie sind hohl.
Bild: Christian Gebhardt
Natürliche Ausbreitung
Die Samen werden vor allem durch grasende Weidetiere über den Dung verbreitet. Die Pflanze kann die reifen Samen auch selbst über einen Meter weit streuen (Austrocknungsstreuer).
Wissenswertes
Junge Blätter lassen sich als Wildgemüse zubereiten oder können frisch verwendet Salate und Aufstriche würzen. Als alte Heilpflanze wurde der Wiesen-Kerbel u.a. gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen darf der Wiesen-Kerbel nur bei eindeutiger Bestimmung verwendet werden.
Standortansprüche
Im Garten lässt sich der Wiesen-Kerbel gut in feuchtere und stickstoffreichere Beete oder Blühwiesen integrieren. Die Blüten entwickeln sich meist erst im zweiten Standjahr.
Standort: Sonne bis Halbschatten
Platzbedarf: 50 cm x 50 cm
Höhe: bis über 100 cm
Wasser: frisch bis trocken
Blütezeit: April bis Juli
Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon
Samenreife: Juli bis September
Keimbedingungen: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Wenn sich die länglich-bauchigen Früchte braun färben und sie leicht mit den Fingern abzuziehen sind, kann die Samenernte beginnen. Die Spaltfrucht zerfällt dabei in zwei glatte Teilfrüchte.
Bild: Angela Kühne
Bild: Melinda Milos
Verbreitung und Lebensraum
Der Wiesen-Kerbel ist in Sachsen weit verbreitet. Bevorzugt besiedelt er nährstoffreiche Wiesen, Gebüsche, Waldränder, Feldwege und Ruderalstellen.
Gefährdung
Der Wiesen-Kerbel ist in Sachsen als ungefährdete Art eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: ungefährdet).