Gewöhnliches Ferkelkraut 

Hypochaeris radicata

Bedeutung und Wert für Wildbienen

Das Gewöhnliche Ferkelkraut kommt in verschiedenen Lebensräumen vor, so auch in Städten. Als Vertreter der Korbblütengewächse wird die Pflanze von mehreren, auf die Pflanzenfamilie spezialisierten Wildbienenarten besucht. In Dresden sind das u. a. die Dunkelfransige Hosenbiene (Dasypoda hirtipes), die Kleine Zottelbiene (Panurgus calcaratus), die Pippau-Sandbiene (Andrena fulvago) und die Gewöhnliche Löcherbiene (Heriades truncorum). Daneben wird das Gewöhnliche Ferkelkraut von vielen polylektischen Arten genutzt, etwa der Zweifarbigen Sandbiene (Andrena bicolor), der Gebänderten Furchenbiene (Halictus tumulorum) und der Zottigen Schmalbiene (Lasioglossum villosulum).

Headerbild: Jenny Förster

Merkmale

Das Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Die ungestielten, zerstreut borstigen Blätter sind als grundständige Rosette angeordnet. Der blaugrüne, meist verzweigte Stängel weist nur Blattschuppen auf.

Bild: Christian Gebhardt

Der Blütenkopf kann 20 bis 35 mm groß werden und besteht aus mehr als 100 gelben Zungenblüten. Er öffnet sich nur vormittags an sonnigen Tagen.

Bild: Christian Gebhardt

Natürliche Ausbreitung

Die zarten Samen werden durch Wind verbreitet.

Wissenswertes

Im April und Mai können die jungen Blätter frisch im Salat oder gekocht als Gemüse verwendet werden. Die gerösteten Wurzeln lassen sich im Herbst als Kaffeeersatz nutzen.

Standortansprüche

Das Ferkelkraut wächst bevorzugt auf sandigen Lehm- und Tonböden und meidet kalkhaltige Standorte. Im Garten kann er gut in lückige, wiesenartige Flächen eingebunden werden. Er ist gut trittverträglich.

Standort: Sonne bis Halbschatten
Platzbedarf: 20 cm bis 25 cm
Höhe: 15 cm bis 60 cm
Wasser: frisch bis mäßig trocken
Blütezeit: Juni bis September

Vermehrung im Garten oder auf dem Balkon

Samenreife: ab Juli

Keimbedingungen: Lichtkeimer, Warmkeimer

Wenn der Samen reif ist, öffnet sich der Korb mit den 15 bis 17 mm langen, rötlich-gelb-braunen Früchten, die einen zweireihigen Haarkranz (Pappus) tragen. Bevor der Wind sie wegträgt, sollten sie schnell geerntet werden.

Bild: Christian Gebhardt

Bild: Melinda Milos

Verbreitung und Lebensraum

Die bevorzugten Standorte des häufig verbreiteten Gewöhnlichen Ferkelkrautes sind Weiden und lichte Kiefernwälder, aber auch magere Wiesen und Weiden.

Gefährdung

Die Art wird in Sachsen als ungefährdet eingestuft (Rote Liste Sachsen 2013: ungefährdet).