Die Wiesenhummel
Bombus pratorum
Während bei einige Hummelarten gerade mal die Königinnen ihre Winterquartiere verlassen, ist der Aufbau neuer Kolonien bei der Wiesenhummel (Bombus pratorum) schon im vollen Gange. Sie ist in unseren Breiten jene Hummelart, die am frühesten Kolonien entwickelt. Die überwinternden Königinnen erscheinen schon ab Mitte März. Schnell produzieren sie Arbeiterinnen und wenige Zeit später schlüpfen im Juni die ersten Jungköniginnen und Männchen. In warmen Jahren sind die ersten Männchen sogar schon im Mai unterwegs. Als Jungköniginnen werden jene bezeichnet, die im nächsten Jahr eigene Kolonien gründen werden. Die Jungköniginnen unterstützen nach ihrem Schlüpfen zunächst ihre Geschwister-Arbeiterinnen bei der Sammelaktivität, bevor sie sich bereits im August in ihre Winterquartiere begeben.
Wiesenhummeln findet man, wie der Name verrät, auf Wiesen, aber auch lichten Wäldern. Ihre Nester legen sie unter Moos- und Graspolstern an. In Siedlungen hat man aber auch schon Nester der Wiesenhummel in der Steinwolle der Dachisolierung gefunden. An 130 verschiedenen Pflanzenarten findet die Wiesenhummel Nektar und Pollen. Eine davon ist die Echte Betonie (Betonica officinalis). Diese wertvolle Insektenpflanze lässt sich ziemlich unproblematisch auf sonnigen bis halbschattigen Standorten im Garten kultivieren, lediglich vor dem Austrocknen sollte man sie bewahren. Sie blüht von Juni bis September. In der Antike und im Mittelalter war die Betonie eine wichtige Heilpflanze.
Bild: Robert Kunter